Medien, Social Media und die Psychologie

In Gesellschaft und Medien sind Psycholog*innen oft von Mythen und Stereotypen umgeben. Egal ob Hannibal Lektor von Thomas Harris, Linda Martin in Lucifer oder das TV-Format Dr. Phil. Mit der Darstellung der Psychologie gehen Sex, Drogen, Missbrauch, Kriminalfälle und nicht zuletzt die nahezu übermenschliche Gabe, Gedanken und Gefühle zu lesen, einher. Das Imageproblem der Psychologie wurde von verschiedensten Präsidenten der American Psychology Association über fast 50 Jahre hinweg kommuniziert. (e.g. Albee, 1970, in APA, 1970; Farley, 1993; Kaslow, 2015; Levant, 2006; Miller, 1969) Dennoch ist die Selbsterforschung in Fachkreisen unbeliebt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Psychologie nicht nur als interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Natur- und Sozialwissenschaften auftritt, sondern auch praktiziert, ist eine Erfassung notwendig. So kann das Interesse an wissenschaftlichen Themen aus der Psychologie, aber auch Implikationen für die Arbeit von Psycholog*innen gefördert werden. (Lilienfeld, 2012; Wedding, 2017) Innerhalb unserer Arbeit „Image der Psychologie in den Medien, Stand der Literatur und Social Media Analyse 2022“ beleuchten wir die Repräsentation der Psychologie mit Hauptaugenmerk auf digitale Medien und soziale Netzwerke. Hierzu wird folgend die Literatur zusammengefasst. Weiter ein Überblick über bekannte Phänomene der Psychologie in Social Media gegeben. Anschließend die Ergebnisse einer umfassenden Big-Data-Analyse präsentiert und Implikationen für die Praxis abgeleitet.

Das Image der Psychologie in den Medien:

Eine gesamtheitliche Betrachtung der Medienauftritte von Psycholog*innen zeigt, dass die Psychologie in fast allen Medienformaten vertreten ist (Trepte et al., 2008). Grob lässt sich die Medienlandschaft in nicht fiktionale und fiktionale Medien einteilen, wobei Ersteres Tatsachenberichte (e.g. in Zeitungen) und Letzteres erfundene Inhalte (e.g. Romane) umschließt (Trepte et al., 2008). In Fachzeitschriften besteht generell weniger Interesse an psychologischen Inhalten als an traditionellen Naturwissenschaften (Cassidy, 2014). Gleichzeitig werden Artikel seltener von dementsprechend ausgebildeten Fachjournalist*innen verfasst und seltener als „Wissenschaftler*innen“ gekennzeichnet (Cassidy, 2014). Andererseits ist die Medienpräsenz der Psychologie besonders stark in Tageszeitungen, Radiosendungen, Podcasts, Zeitschriften und Talk-Shows vertreten. Hier fungieren Psycholog*innen meist als Kommentator*innen, aber selten als Forschende (Cassidy, 2014; Trepte et al., 2008). In Formaten stehen häufig Themen wie Liebe, Partnerschaft und Emotionen sowie emotionale Störungsbilder im Vordergrund (Trepte et al., 2008). Besonders auffällig ist die Verallgemeinerung von Teilen der Psychologie zu „Common Knowledge“ (Lilienfeld, 2012; Trepte et al., 2008; Wedding, 2017). Fiktionalen Medien lassen sich grob in die fiktionale Literatur (e.g. Comics, Romane, Krimis) und die elektronischen Massenmedien (Film, Fernsehen und Fernsehserien, sowie Videospiele) einteilen. In Cartoons war vor allem eine starke stereotypisierte Ansicht der Psychologie vorherrschend (Walter, 1992). In aktuelleren Darstellungen ist dies nicht mehr in Gänze zu bestätigen (e.g. Depressionen von Elsa aus „Frozen“, Buck & Lee, 2013; siehe auch Entertainment Times, 2018). In Krimis, Thrillern und Dramen schien ebenfalls ein mehrheitlich negatives und stereotypes Image der Psychologie vorherrschend zu sein (Dudley 1994). Auch hier weißen aktuelle Arbeiten darauf hin, dass es vermehrt Positivbeispiele der Darstellung psychischer Erkrankungen gibt (Richmond, 2019). Trepte und Kollegen (2008) und von Sydow (2007) haben in ihren Literaturübersichten sowohl über die positiven als auch negativen Darstellungen in Film und Fernsehen berichtet. Auf der positiven Seite stehen beispielsweise als hilfreich, empathisch und kompetent wahrgenommene Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen. Dem gegenüber eine weitaus größere Menge an psychisch Erkrankten, die als Gefahr für die Gesellschaft dargestellt werden. Oftmals von verständnislosen Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen betreut. Beispielsweise zwangsmedikamentös und erfolglos behandelt oder durch Grenzverletzungen wie sexuelle Übergriffe geprägte therapeutische Beziehungen. Weibliche Therapeutinnen werden weiterhin als inkompetente Sexobjekte verallgemeinert, wobei die insgesamt prävalenteste Darstellung, die eines weißen Mannes nach dem Freud-Typus ist. Im Folgenden möchten wir uns intensiv mit der Darstellung der Psychologie in elektronischen Medien beschäftigen. Aufgrund mangelnder Literatur werden dabei vor allem Einzelbeispiele betrachtet.

Das Image der Psychologie in Film, Fernsehen und Fernsehserien

Ein interessanter Psychologe in den Massenmedien ist Phil McGraw (besser bekannt als Dr. Phil in der gleichnamigen Fernseh-Talkshow). Er begann im Jahre 2002 eine Psychologieshow in der USA, und seitdem versucht er Psychoedukation in die amerikanische Gesellschaft zu transportieren. Die Reichweite der Talkshow ist mit Millionen von Zuschauer*innen enorm und somit ist es nicht verwunderlich, dass er als das öffentliche Gesicht der Psychologie in den USA gilt (Wedding, 2017). Die häufigsten diskutierten Themen sind dabei Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Eine Psychotherapie ist die meistens empfohlene Therapieform (Rasmussen & Ewoldsen, 2013). Was aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass er teilweise unwissenschaftliche und unangebrachte Verhaltensweisen und Aussagen tätigt (Wedding, 2017). Insgesamt gibt es Hinweise, dass die Gesamtdarstellung der Psychologie in Film und Fernsehen zunehmend positiver geworden ist (Stringer, 2016; Wedding, 2017) und es einige herausragend realistische Darstellungen der Psychologie gegeben hat. Die Abteilung für Medienpsychologie der APA (Div. 46, 2021) hat durch ihr Medienüberwachungscommittee den Shirley Glass Golden Psi Award (Wedding, 2017) für die positive Darstellung von psychischen Gesundheitsexpert*innen in fiktionalen Medien vergeben. Vergangene Preisträger sind unter anderem, „Law & Order: Special Victims Unit“ (Universal Television, seit 1999), „The Soparanos“ (Home Box Office, 1999–2007) oder auch Bill Brochtrup in der Darstellung von Dr. Joe Bowman in „Major Crimes“ (Warner Bros. Television, 2012–2018).

Das Image der Psychologie in Computerspielen

Die Darstellung von psychischer Gesundheit und -kliniken in Videospielen ist kein neues Phänomen. Beispielsweise wurde im Jahr 1998 das Spiel „Sanitarium“ von DreamForge Entertainment (nach Metacritic, 2021) veröffentlicht. Auch in neueren Horrorspielen wie beispielsweise „Outlast“ (Red Barrel, 2013; 2017) oder „The Evil Within“ (Tango Gameworks, 2014) werden Darstellungen von psychisch erkrankten Charakteren sowie psychischer Kliniken als Schauplatz der Handlung genutzt, um die Spieler*in zu verängstigen (siehe auch Dunlap, 2018). In einer Bachelorarbeit von Hintsche (2011) wird eine Szene des Videospiels „Heavy Rain“ (Quantic Dreams, 2010) analysiert. Insgesamt ergibt sich der Eindruck einer stark stereotypen Gesamtdarstellung, die verschiedene laienhafte Vorstellungen der Psychologie kombiniert: Esoterik, neuropsychologische Inhalte und eine Freud’sche Darstellung der Psychoanalyse (Hitsche, 2011). „Hellblade: Senua´s Sacrifice“ (Ninja Theory, 2017) ist im Gegensatz ein Positivbeispiel, in der die Protagonistin in einem Fantasy-Adventure mit Psychosen konfrontiert wird. Das Videospiel wurde mithilfe von Gesundheitsexpert*innen und Betroffenen mit entsprechenden Symptommustern entwickelt und versucht, die Komplexität psychischer Erkrankungen in ihrer Gesamtheit und ohne Stigmatisierung abzubilden. Weiter haben Shapiro und Rotter (2016) in einer Analyse der 50 bestverkauften Videospiele von 2011 bis 2013 ermittelt, dass gut ein Viertel der Videospiele psychisch erkrankte Charaktere präsentieren, von denen 69 % als gewalttätig und als „mörderische Wahnsinnige“ (nach Hyle, 2003) eingestuft wurden. Dem werden nur einzelne positive Beispiele, in denen die Darstellung von psychischen Erkrankungen realistisch und entstigmatisierend ist, entgegengesetzt (CheckPoint, 2019). Zusammenfassend ist auch das Image der Psychologie in Videospielen sowohl von besonders positiven als auch besonders negativen Beispielen geprägt (Trepte et al., 2008; von Sydow, 2007). Wobei auch hier negative Darstellungen insgesamt überwiegen und aktuell vorherrschend sind.

Das Image der Psychologie in Social media

Eine der wohl wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnt ist der Siegeszug der sozialen Netzwerke. Auch hier befindet sich die Psychologie in einem medialen Umfeld und stellt Content unterschiedlichster Art bereit. Insbesondere in Betrachtung der Präsenz von Social Media in unserem alltäglichen Leben und dessen Einfluss auf unsere Meinungsbildung erscheint eine Untersuchung sinnvoll. Plattformen wie Twitter, Instagram oder Youtube einigen sich besonders gut zur Beurteilung von Wahrnehmung und Einstellung. Hier werden Meinungen ungefiltert in Form von Kommentaren geäußert. Bleiben jedoch nach unserem Kenntnisstand unerforscht.

Phänomene der Psychologie in Social media

1 Es wird über Psychologie informiert: Zum einen zur Aufklärung über Psychologie und Psychotherapie. Zum anderen zur Übermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Des Weiteren werden Informationen zu generellem Sachwissen bereitgestellt. Sowohl von studierten Psycholog*innen, renommierten Fachmedien als auch Laien. Bekannte Beispiele sind der Instagram-Account von Diana zu Löwen (zur Loewen, o.D.), das Journal of Psychology auf Facebook (Journal of Psychology, o.D.) und Psychologeek auf Youtube (psychologeek, 2022).

2 Psychologie dient der Unterhaltung: So werden humoristische porträtierte Darstellungen psychologischer Phänomene verbreitet. Ebenso psychologische Analysen zum Beispiel aus der Kategorie der Kriminalpsychologie als Unterhaltungsmedium genutzt. Bekannte Formate hierzu sind Brightside auf Youtube (BRIGHT SIDE, 2022) und JCS-Criminal-Psychology (JCS – Criminal Psychology, 2022).

3 Es gibt Foren zum Thema Psychologie: Diese treten in unterschiedlichen Arten auf, sind aber zumeist unter Schlagwörtern zu psychologischen Störungen zu finden. Zum einen wird die Unterstützung psychisch Erkrankter untereinander beobachtet. Zum anderen unterschiedliche Blogs über Stimmung, Tagesablauf und Entwicklung von Störungen identifiziert (Instagramm, o.D.).

4 Es wird über Therapie und Coaching berichtet: Dabei werden therapeutische Inhalte und Feedback sowohl von Laien als auch von ausgebildeten Psycholog*innen verbreitet. Besonders relevante Themen können in den Kategorien klinische Psychologie, Erfolg, soziales Miteinander, Liebe und Führung erkannt werden. Aufschlussreiche Accounts hierzu sind die Psychotherapeutin auf Instagram (Glaßmeyer, o.D.) oder Wise Chimp auf Twitter (Wise Chimp, o.D.).

Big Data Analysis

Auf Basis der untersuchten Phänomene wurden verschiedene soziale Medien anhand einer Big-Data-Analyse untersucht. Zunächst wurden die wichtigsten Hashtags zum Thema Psychologie ausfindig gemacht. Sowohl im deutschprachigen als auch englischsprachigen Raum konnten die Schlagwörter “Psychology” und “Mentalhealth” als am bedeutendsten identifiziert werden (Display Purposes, 2022). Das Data Mining, also das Herunterladen von relevantem Inhalt, wurde ordnungsgemäß mithilfe einer API durchgeführt. Aufgrund von Regularien war es uns nicht möglich, Daten von Facebook einzuschließen. Folgend wurden die Plattformen Twitter, Instagram und Youtube untersucht. Es wurden unterschiedliche Techniken des Word-Count, der Word Co Occurrence-Analyses und der Latent-Semantic-Analysis, sowie Word-Pairs angewendet. Aufgrund der unendlichen Menge an Daten ist zu erwähnen, dass nur ein Bruchteil der uns zur Verfügung stehenden Texte untersucht werden konnten. Demzufolge wird keinesfalls ein vollumfängliches Bild abgegeben. Alle Daten wurden mittels R analysiert und erhoben. Insgesamt konnten mehr als 95.000 Posts, Kommentare und Bildunterschriften aus fünf Schlagwörtern untersucht werden. Genauere Informationen zum Vorgehen und einzelne Analysen sind in der gleichnamigen Arbeit zu finden. Folgend werden die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst.

Ergebnisse

  • Psychologie und Wissenschaft: Die Psychologie tritt häufig mit Begriffen aus der Wissenschaft und Forschung auf. Insbesondere Twitter zeigt eine starke Verbindung zu wissenschaftlichen Themen. Die Konnotation ist von der jeweiligen Plattform abhängig. So ist sie auf Instagram und Twitter positiver Natur, während auf Youtube eine eher negative Stimmung herrscht.
  • Psychologie und Metal Health: Psychologie tritt oft mit Begriffen zu Gesundheit und mentaler Gesundheit auf. “Mentalhealth” tritt oft mit Begriffen zu Störungen, Selbstachtung und Therapie auf. Die Konnotation bleibt dabei eher ausgeglichen. Eine starke Verbindung zu den Stichwörtern Therapie, Psychotherapie und Wohlbefinden ist zu vermuten.
  • Psychologie und Therapie: Psychologie tritt oft in Verbindung zur Therapie, insbesondere über “Mentalhealth” auf. “Therapy” tritt mit Begriffen zu Störungen, Selbstachtung und Psychotherapie auf. Die Konnotation ist eher negativ. Es herrscht eine starke Verbindung mit Themen zu Psychologie, Therapeuten, Wohlbefinden und mentaler Gesundheit. Des Weiteren kann von einer Verbindung zum Thema Coaching ausgegangen werden. Coaching ist eng verwandt mit Begriffen wie “Motivation”, “Life Coach”, “Training”, aber hoch negativ konnotiert.
  • Psychologie und Unterhaltung: Inhalte aus der Kategorie Unterhaltung in Bezug auf psychologische Inhalte sind meist negativ konnotiert. Diese scheinen jedoch zur Belustigung beizutragen. 5. Psychologie: Der Begriff wird meist mit Worten aus den Themenbereichen mentale Gesundheit, Störungen und Therapie in Verbindung gebracht. Es kann eine eher negative Konnotation erkannt werden. Die Word-Pairs sind im Gegensatz dazu vor allem positiv. So treten z.B. „Psychology“ und “Psychologist“, “Psychology“ und “Mentalhealth“, “Anxiety“ und “Motivation“, “Medicine“ und “Psychology“, “Psychology“ und “Psychologyfacts“, “Psychology“ und “Psychotherapy“ zusammen auf.

Fazit: Das heutige Image der Psychologie

Zusammengefasst scheint sich die Darstellung der Psychologie in den Medien in eine positive Richtung zu entwickeln. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse können zur Entwicklung des Image der Psychologie in den letzten 15 Jahren folgende Aussagen getroffen werden.

1. In den Medien In den Medien sind Psycholog*innen allgemein gut präsentiert. Sie geben dabei häufig Kommentare ab, bieten aber eher selten Einblicke in den Berufsalltag oder die Forschung. In Fachzeitschriften sind psychologische Forscher*innen unterrepräsentiert und werden oftmals nicht als solche wahrgenommen. In Bezug auf Computerspiele scheinen negative Stereotype mehrheitlich vorzuherrschen. Erfreulich ist dennoch eine teilweise genuine Darstellung psychischer Erkrankungen. In Bezug auf Film und Fernsehen sowie den Printmedien wird ein positiver Aufwärtstrend, ebenso eine stärkere Diversifikation der Darstellung vermutet. Gesundheit und Störungen sind gut repräsentiert, während wissenschaftliche Forschungen weniger Einzug erhalten. Im Allgemeinen scheint jedoch immer noch ein von stereotypen und Mythen behaftetes Bild vorzuherrschen. Wichtig ist es für die Zukunft, das Interesse für wissenschaftliche Themen in der Gesellschaft zu fördern, aber auch eine stärkere Repräsentation von Psycholog*innen in den Fachmedien zu erreichen. In Bezug auf Massenmedien ist es zu empfehlen, nicht zu häufig als Kommentatoren aufzutreten, sondern tatsächliche Implikationen und Sachwissen zu repräsentieren.

2. In Social media In den sozialen Medien ist die Psychologie in vielen verschiedenen Themenbereichen vertreten. Phänomene betreffen dabei Informationen, Unterhaltung, Foren und Therapie. Hierbei muss beachtet werden, dass sowohl die Darstellung von professionellen Psycholog*innen als auch von Laien geprägt wird. Die Daten aus der Big-Data-Analyse zeigen, dass die Psychologie mit Themen aus der Wissenschaft und Forschung in Verbindung gebracht wird. Weiter werden Störungen, Therapie und mentales Wohlbefinden thematisiert. Ebenso werden psychologische Themen zu Unterhaltungs- und Informationszwecken genutzt. Negative Konnotation treten häufig aufgrund der negativ assoziierten Begriffe der Psychologie auf, aber nicht aufgrund einer tatsächlichen negativen Haltung gegenüber der Psychologie. Allgemein scheint die Psychologie in sozialen Medien ein häufig diskutiertes Thema zu sein. Welches dabei ausgewogen und mit einer eher positiven Wahrnehmung behandelt wird. Insbesondere mentale Gesundheit, Motivation und soziales Miteinander sind häufig repräsentierte Themen. Hierbei lässt sich vor allem eine gute Unterstützung der Mitglieder untereinander feststellen. Besonders positiv ist die Verbindung zwischen negativem Wohlbefinden und professioneller Therapie. Hier lässt sich vermuten, das Betroffene direkt auf fachgerechte Hilfe hingewiesen werden. Allerdings konnte auch unter dem Schlagwort Coaching vermehrt negativ konnotierte unprofessionelle Hilfe aufgefunden werden. Diese hat zwar nicht immer einen direkten Bezug zur Psychologie, spricht dennoch psychologische Schwerpunkte an. Es ist zu empfehlen, als professioneller Psycholog*inn das Schlagwort Coaching zu meiden. In Bezug auf die Wissenschaftlichkeit scheint in den sozialen Netzwerken eine positive Einstellung zu herrschen. Die Psychologie wird als wissenschaftlich angesehen und anerkannt, nicht wissenschaftliche Formate, die nur zur Unterhaltung dienen als solche identifiziert und markiert. Die Darstellung von korrektem Fachwissen sollte allerdings gesteigert werden. Viele Informationen, die zu finden sind, basieren auf einfacher Küchenpsychologie. Hier ist ein vermehrtes Auftreten ausgebildeter Psycholog*innen nötig. Insbesondere um Informationen von Laien, die oft Fehler enthalten, Einhalt zu bieten. Allgemein von Vorteil ist eine korrekte und abgewogene Darstellung der Psychologie, die den Nutzen des Praktizierens, aber auch die Wissenschaftlichkeit der Forschung und der Methoden darstellt. Dies kann durch eine nicht zu abstrakte, einfache Sprache gefördert werden, die aber dennoch keine wichtigen Erkenntnisse vernachlässigt. Ein positiver Aufwärtstrend könnte zum einen an einer differenzierteren Darstellung liegen. Zum anderen an einer steigenden Wahrnehmung für die Wichtigkeit psychologischer Kernthemen wie soziales Miteinander oder mentale Gesundheit. Definitive Zusammenhänge gilt es in der Zukunft zu untersuchen. 


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