Impfgegner, Corona und Narben, die bleiben. – Der Weg aus der Pandemie und wen wir verloren haben.
Demonstrationen in der Schweiz, Niederlanden, Frankreich und Deutschland… Egal wo wir dieser Tage hinschauen, immer mehr Menschen wehren sich gegen aktuelle Coronamaßnahmen. Der Diskurs gewinnt an Dynamik und endet nicht selten in Aggression. Seitens der Politik werden Personen oft in Randgruppen vermutet. Ausschreitungen verharmlost und mit der Betonung einer starken Exekutive beschwichtigt. Reell erleben wir Zustände, die in den letzten Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten so häufig, so flächendeckend und so energiegeladen nur selten durch die demokratischen Straßen der Europäischen Union gezogen sind. Was wir sehen, könnte der Vorbote zukünftiger Ausschreitungen in Deutschland sein. Spaltet Corona unsere Gesellschaft und wie kommen wir da noch raus?
Radikalisierung der Maßnahmen Gegner
Probleme mit radikalen Randgruppen sind in Deutschland keine Neuheit. So hat dieses Land seit der Gründung der BRD nie eine vollständige Ruhe gefunden. Sei es durch Rechte wie die NSU oder linke Protestbewegungen wie die Antifa. Fakt ist, der niedersächsische Verfassungsschutz meldete Mitte 2021 einen bundesweiten Anstieg an Extremisten. So erhöhte sich das Spektrum der Linksextremisten im Vergleich zu 2019 um 7500 Personen auf 41.000 deutschlandweit. Hiervon wurden 9600 als gewaltorientiert eingestuft. Auch die rechtsradikale Szene wuchs um 1220 Männer und Frauen an. Von insgesamt 33 300 Rechtsradikalen galten 13 300 als gewaltbereit. Im rechtsradikalen Flügel lies sich vor allem ein Wachstum bei den parteiunabhängigen Strukturen verzeichnen. So waren Parteien wie die NPD, der Dritte weg, oder die AFD um Bjorn Höcke im Abwärtstrend. Rechte Ideologien waren vor allem in außer parteilich organisierten Bewegungen zu finden.
Insbesondere die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie rufen neue Protestformen hervor. Diese weisen teilweise Merkmale von verfassungsfeindlichem und rechtsradikalem Gedankengut auf. So zeigen sich z. B. in Teilen der Querdenker Bewegung rechtsextremistische Ideologie, die sich mit populistischen Elementen vermischen. Hieraus bürgt sich die Gefahr eines verdeckten Radikalismus, der versucht, durch Popularität in neue Kreise einzuziehen. Parallel wird der Wunsch nach einem härteren Eingreifen gegen extremistische Corona Leugner laut. Besonders brisant, da hier von einer zunehmenden Aggression ausgegangen wird, die nicht nur zum gewaltsamen Widerstand gegen demokratische Regeln, sondern auch zu körperlicher sowie psychischer Gewalt auf Individuen führt. Aggression im Zusammenhang mit anti Corona Gegner spüren wir nicht mehr nur im Rahmen von Demonstrationen, sondern auch in unserem alltäglichen Leben.
Zusammengefasst verzeichnet Deutschland eine zunehmende Radikalisierung, die sich durch Aggression, aber auch Gewalt äußert. Dabei gelangt nicht nur der Staat in die Schusslinie, sondern auch Privatpersonen. Während neue Sympathisanten durch Populismus auch unter Bürgern gesucht werden. Diese Konstellation macht die Bewegung nicht nur besonders gefährlich, sondern auch dynamisch.
Die Querdenker Bewegung hat sich in den letzten eineinhalb Jahren zur Leitfigur der Maßnahmen Gegner entwickelt. Sie zeichnen sich durch die wahrscheinlich stärkste Mobilisierungskraft auf dem Nachrichtendienst Telegram aus. Zur Vereinfachung wird im folgenden bei Maßnahmen Gegnern von Querdenkern gesprochen.
Heuristiken und alternative Fakten
Spätestens seit der Coronapandemie sind sie in aller Munde. Querdenker und Verschwörungstheoretiker. Durch eine polemische Kommunikationsweise finden Anhänger vor allem in den Social Medien immer mehr Anklang. Hier steigert Anonymität und Zugehörigkeit die Lust, seine eigene, wenn auch extrem Meinung zu äußern. Dies trifft oftmals auf Zustimmung homogener Gruppen und verdrängt konträre Meinungen aus dem Bild des Disputs. Hinzu kommt eine nie da gewesene weltweite Pandemie, die zu einer starken Polarisierung des Themas in allen Teilbereichen des Lebens führt. Entscheidungen, die von Politik und Wissenschaft über den Kopf vieler getroffen werden, zwischen konträren Punkten wie Gesundheit und sozialem Leben, führt zu einem Nährboden für energiegeladene Diskussionen.
Unterschiedliche Meinungen, Einstellungen, aber auch gegenläufige wissenschaftliche Ergebnisse münden in eine unvergleichliche Informationsdichte. Eine immer erneute Anpassung der Maßnahmen und heftige Auseinandersetzungen, lassen das Vertrauen in die Politik schwinden. Eine tiefgreifende Komplexität des Themas und stetig verändernde Informationslage nährt den Wunsch nach einer einfachen Erklärung. Vertrauensabnahme auf der einen Seite und kognitive Überlastung auf der anderen Seite führen zum Versuch alternativer Erklärungsansätze. Dabei ist es zuerst einmal nicht bedeutend, ob diese der Wirklichkeit entsprechen, denn sie bedienen sich einfacher Heuristiken, die ein jeder von uns unterbewusst anwendet.
1 Menschen suchen diejenigen Lösungen, die einem persönlich als attraktiv erscheinen. So ist der Wunsch nach einem Leben vor Corona mit allen Vorzügen und Annehmlichkeiten besonders erstrebenswert.
2 Menschen überschätzen die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen. Ist z. B. die Information von Impfschäden über präsent, wird die Impfung entsprechend verweigert.
3 Menschen neigen zu Informationen, die sie selbst bestätigen. Sie streben nach Bestätigung anderer. So suchen wir uns unterbewusst immer diejenigen Artikel, Meinungen, Personen aus, die unserer eigenen Meinung entsprechen.
4 Im Rückblick sind wir schlauer. So fällt es uns leichter, im Nachhinein Entscheidungen zu bemängeln. Zu beteuern, man hätte bessere Aussagen getroffen, oder einen Ausgang vorhergesagt.
5 Der Mensch neigt dazu, Autoritäten blind zu vertrauen. Sei es Politikern, Experten oder Peer Leadern.
Was passiert in der Corona Pandemie und könnte zur Förderung von Querdenkern beitragen?
Insgesamt werden soziale und wirtschaftliche Bedürfnisse eingeschränkt, um gesundheitliche Aspekte zu schützen. Eine Freiheitseinschränkung der Grundrechte, die von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. So spielen zentrale politische Figuren eine Rolle, die vorgeben, das Land zu leiten und sicher aus der Pandemie zu führen. Dennoch ist ein Unterschied zwischen der Leitfigur Politiker, dessen Leben sich augenscheinlich wenig verändert hat, und der allgemeinen Bevölkerung, die unter Maßnahmen leidet, zu erkennen. Das kann zu Frustration und Vertrauensverlust führen. Ein Zusammenspiel aus Emotion, Heuristik und kognitiver Überlastung spielt alternativen Fakten und damit Verschwörungsmythen gefährlich in die Karten.
Demographie der Querdenker
War Gewalt bis jetzt nur von Radikalen bekannt, so entsteht immer mehr der Eindruck, dass auch Personen aus unserer gesellschaftlichen Mitte weiter abdriften. Sprechen wir mit Politikern, hören wir oft den Verweis auf gewaltbereite Links- und Rechtsradikale. Doch wer sind die Demonstranten eigentlich?
Das WZB Protest Monitoring hat im Jahr 2020 alle politisch motivierten, auf die Corona Pandemie bezogenen Aktionen im öffentlichen Leben untersucht. So kann zwischen unterschiedlichen Protestwellen unterschieden werden. Die Erste als eine Reaktion auf den Lockdown Mitte Mai bis Anfang Juni. Mit Großdemonstrationen der Querdenker Bewegung im Sommer setzte eine weitere Demonstrationswelle ein, die schließlich von einem erneuten Lockdown im Herbst und damit einer dritten Protestwelle begleitet worden ist. Alle drei konnten ein breites Spektrum an Personen mobilisieren und waren auf keinen Fall nur auf die Aktivitäten der „Querdenker“ zurückzuführen. In der zweiten Jahreshälfte entwickelten sich die Zahl der Teilnehmer in den deutlichen fünfstelligen Bereich.
Das Mobilisierungspotenzial, also die Bereitschaft an solchen Demos teilzunehmen, hielt sich durchschnittlich konstant. Personen mit Potenzial zeichnen sich allerdings durch ein starkes Misstrauen gegenüber der Bundesregierung, die Sorge um Freiheitseinschränkungen, wirtschaftliche Sorgen oder Nähe zu Verschwörungstheorien aus. So kann angenommen werden, dass die misstrauische Mitte ein hohes Mobilisierungspotenzial für Corona Proteste aufweist. Im Gegenverlauf dazu nahm die Ablehnung der breiten Bevölkerung deutlich zu und führte zu einer Polarisierung des Themas in der Gesellschaft.
Besonders hervorzuheben ist die Zusammensetzung der Teilnehmer, die aus einer heterogenen sozialen Basis besteht. Es können keine dominanten Gruppen identifiziert werden. Dennoch gibt es eine radikale Minderheit, die nicht zu vernachlässigen ist.
Besonders hervorzuheben ist die Zusammensetzung der Teilnehmer, die aus einer heterogenen sozialen Basis besteht. Es können keine dominanten Gruppen identifiziert werden. Obwohl radikale Gruppen sichtbarer erscheinen und eine Zusammenführung des politisch extremen Spektrums angenommen werden könnten, wurde eine ausschließlich radikale Zusammensetzung nicht bestätigt. So verorten sich mehr als 60 % der Befragten in der politischen Mitte. Besonders auffällig ist, dass mehr als ein Drittel der Befragten sich keiner der Parteien im Bundestag zugehörig fühlen. So sind Demonstranten oft in der vernachlässigten Mitte zu finden. Dass die Proteste radikale Ränder vereinen, von Links angestoßen sind, aber ebenso stark nach rechts gehen, ist unbestritten. Eine laute radikale Minderheit, dessen Kraft nicht vernachlässigt werden darf und ihre Nähe zur vernachlässigten Mitte, schafft Radikalisierungspotenzial. Wie stabil Querdenker dem gegenüber sind, ist schwer abzuschätzen.
Ab dem Sommer konnte ein allgemeiner Rechtsruck in den Demos wahrgenommen werden. Mit zunehmender Bedeutung von Querdenker und einer Abnahme linksradikaler Gruppen. Ab Herbst 2020 wird das Mobilisierungspotenzial immer weniger divers. Charakteristisch scheinen sich die Proteste weg von der Normalität zu bewegen.
Demonstrationen und Auseinandersetzungen sind verstärkt seit der vierten Welle zu beobachten. Immer dann, wenn der Druck auf Impfgegner erhöht wird. Zumindest unterstreicht der Anstieg an Demos und Teilnehmerzahlen der letzten Wochen, unter Androhung einer Impfpflicht, eine solche These.
Gruppenphänomene und Mitläufer
Corona Gegner haben sich innerhalb einer kurzen Zeit zu einer großen Gruppe formiert. Warum sich Menschen dieser anschließen und in Ideologien verlieren, ist in der Dynamik der Situation zu begründen. Werden Individuen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt, so führt das oft zu einem Widerstand. Die Reaktanz des Einzelnen wird persönlich, aber auch in der Gruppe, durch die Reaktanz eines Weiteren intensiviert. Bei gemeinsamen Gesprächen können Thematiken, Emotionen wie Wut, Frustration oder Ärger freisetzen. Das wechselseitige Senden von verbalen und nonverbalen Kommunikationsmitteln führt zu einem Aufheizen der Gemüter. Die Meinungen verstärken einander. So ist es nur logisch, dass sich Menschen mit ähnlichen Ansichten zu einem kollektiven Widerstand formieren.
Weiter werden Gruppennormen zu einem sogenannte Group Think gebündelt. Insbesondere, um sich von der Outgroup zu unterscheiden. Es werden Symbole zur gegenseitigen Erkennung festgelegt, die sich sowohl visuell, im Verhalten oder der Kommunikation widerspiegeln. Diese Zugehörigkeit verstärkt Bindung und Übereinstimmung mit Meinungen und Verhalten der Gruppe. So wird häufig eine Einstellungsänderung beobachtet. Das persönliche aggressive Verhalten wird in den indirekt aggressiven Maßnahmen der Politik begründet, obwohl dieses zuvor als unethisch betrachtet worden ist.
Auch wenn man sich selber immer als kritischer und unbequemer Denker bezeichnet, so steckt die Tendenz zum Mitläufer in jedem von uns.
Vor allem der Optimismus, dass das Rebellieren gegen Maßnahmen am Ende zu einer Veränderung in Bevölkerung und Politik führen könnte, spornt weiter an. So steigt die Risikobereitschaft, umso größer und wichtiger das vermeintliche Ziel erscheint. Frustrierte Personen gelangen schnell in den sog einer Gruppe. Sei es online oder im realen Umfeld. Ob man selber an alles glaubt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Möglichkeit in eine konforme Meinung einzustimmen, ist eine attraktive Gelegenheit sich innerhalb der Gruppe als tugendhaft zu positionieren.
Impfpflicht und Impfzwang
In Österreich ist sie bereits aktiv, in Deutschland findet sie immer mehr Zustimmung. Die Impfpflicht bleibt ein Teil der Omikron Welle. Gerade aber deswegen radikalisiert sich die Anti Corona Szene zunehmend. Einerseits da sie auf teilweise breite Zustimmung trifft, andererseits da die Impfpflicht eine Freiheitseinschränkung nach sich zieht, ein gravierender Eingriff in die persönliche Freiheit. Das verstärkt den Glauben an die eigenen Theorien, an ein Regime, an Diktatur statt Demokratie. So werden auch die Narrative immer extremer und unglaubwürdiger. Diffus, da Demonstration genau der Ausdruck dieser Demokratie ist.
Eine Impfpflicht könnte zum einen helfen, noch erreichbare Ungeimpfte zu einer Impfung zu bewegen. Strikte Impfgegner damit abzuholen, ist fraglich. Ein weiterer Druck auf dieser steigert Desinformation, Irrglaube und Frustration. Wie weit jeder Einzelne in seiner Meinung gefestigt ist, kann kaum messbar gemacht werden, Erreichbare ist nur schwer zu identifizieren.
Fazit
Deutschland hat ein Problem mit seiner Impfquote, mit der Radikalisierung von einem großen Teil der Bevölkerung und steht vor einem gesellschaftlichen Dilemma. Radikalisierung muss dabei nicht gewalttätige Auseinandersetzung bedeuten. Sie fängt damit in Meinungen verfestigt zu sein, die dem Mainstream widersprechen. Sich am gesellschaftlichen Rand zu bewegen. Die Aufteilung in Geimpfte und Ungeimpfte stellt einerseits eine administrative Erleichterung dar, andererseits wissen wir nicht, inwieweit hierdurch unserer Gesellschaft nachhaltig geschädigt wird oder wurde. Auch wenn mit der Omikron Welle eine Impfung und wohl mögliche Maßnahmen neu bewertet werden müssen, das Thema einer Impfpflicht wird uns auch in der Zukunft begleiten.
Wichtig ist, dass sich die Szene weiter radikalisiert. Ob sie dabei für Ihre Freiheit, Anti Corona Maßnahmen oder gegen eine Impfpflicht kämpfen ist unerheblich. Aggression und Gewalt gegen Staat und Privatpersonen treten vermehrt auf. Demonstrationen steigen in Zahl an, werden lauter, präsenter und stören auch das friedliche Zusammenleben einer Mehrzahl an Bürger.
Corona Leugner über einen Kamm zu scheren, ist falsch. So stammen Sie häufig aus unserer gesellschaftlichen Mitte. Sind Menschen, mit denen wir früher friedlich zusammen gelebt haben. Eine Stigmatisierung in eine bestimmte Gruppe kann nicht getroffen werden. Einschränkungen, Maßnahmen, Belastungen, die sich aus den vergangene zwei Jahren ergeben haben, werden ganz unterschiedlich wahrgenommen. So ist es manchmal verwunderlich, dass einige Menschen sich von der Wahrheit entfernen, aber nicht verwerflich. Bewegungen bedienen sich dem Populismus, machen sich Gruppenphänomene zum Nutzen und Verschwörungstheorien basieren auf einfachen Heuristiken. Dennoch, die Nähe zu radikalen Rändern und ein hohes Mobilisierungspotenzial beim schweigendem Drittel könnte zu einem Radikalisierungsbeschleuniger werden.
So stehen wir vor unterschiedlichen Problemen. Vor der Pandemiebekämpfung und vor der Kommunikation und dem Umgang mit Impfgegnern.
Dass Fehler in der Kommunikation seitens der Politik gemacht worden sind, ist offensichtlich. So hätte Impfen immer ein gesundheitliches Thema bleiben müssen. Auch ein regelrechter Run in der Kommunikation und in den Maßnahmen auf Impfgegner, hat wohl eher zu einer Verstärkung des Problems geführt. Immer weiter den Druck zu erhöhen, steigert nur Frustration und damit Aggression. Eine flächendeckende Impfpflicht ist keine Lösung. Hiermit drängen wir Menschen, die sich schon an unserem gesellschaftlichen Rand befinden, weiter in den Abgrund. Wie soll sich ein Ungeimpfter noch mit einem Geimpften sozialisieren, wenn er noch nicht einmal am normalen Leben teilnehmen darf? Umgibt man sich nur mit radikalen Meinungen, so hat man gar keine andere Möglichkeit als sich zu radikalisieren. Womöglich endet das nicht mit einer Lockerung der Maßnahmen, sondern fängt beim Denken in Kategorien an. Momentan verstärken wir weiter die Spaltung der Gesellschaft, die wir ohnehin schon vorangetrieben haben. Und das nicht nur mit Maßnahmen der Politik, sondern auch mit dem Verhalten der Bevölkerung.
Also, was sollen wir tun? Aus einer rein sozialen Perspektive wäre es wahrscheinlich am sinnvollsten, eine Kategorisierung fallen zu lassen. Nicht mehr zu unterscheiden zwischen Geimpften und Ungeimpften. Ob dadurch eine Spaltung automatisch aufgelöst wird, ist fraglich. Hierzu bräuchte es mehr Arbeit am Mann. Wir sollten uns nicht darauf fokussieren, Menschen auszugrenzen, zu verpflichten, ihnen etwas wegzunehmen, sondern ihnen Möglichkeiten bieten. Versuchen sie zurückzuholen in die Mitte unserer Gesellschaft, losgelöst von dessen Impfstatus. Die Möglichkeit einen Kaffee trinken zu gehen, auf ein Konzert zu tanzen, wieder sich in einem sozialen Raum zu bewegen, der förderlich ist. Erste Lockerungen sind ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht kann hierdurch der ein oder andere ganz automatisch wieder in die Gesellschaft zurückgeholt werden.
Selbstverständlich ist, dass Narben bleiben werden. Wir als Bevölkerung müssen aktiv werden. Laden Sie doch mal ihren ungeimpften Nachbarn ein und unterhalten sich über die marode Straße, den Kindergarten, Filme oder Bücher. Auch wenn dies schwerfällig werden könnte, es ist der erste richtige Schritt auf dem langen Weg in ein friedliches Miteinander.
Ich denke, man muss an diesem Punkt abwägen, welche Schäden in der Gesellschaft entstanden sind, wie viel sie wert sind und ob wir sie weiter verhärten möchten. Ohne soziale Teilhabe keine soziale Bevölkerung.
