{"id":223,"date":"2022-02-22T14:12:06","date_gmt":"2022-02-22T14:12:06","guid":{"rendered":"https:\/\/rumition.de\/?p=223"},"modified":"2025-05-20T19:56:19","modified_gmt":"2025-05-20T19:56:19","slug":"medien-social-media-und-die-psychologie-literatur-und-big-data-analyse-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rumition.de\/index.php\/2022\/02\/22\/medien-social-media-und-die-psychologie-literatur-und-big-data-analyse-2022\/","title":{"rendered":"Medien, Social Media und die Psychologie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">In Gesellschaft und Medien sind Psycholog*innen oft von Mythen und Stereotypen umgeben. Egal ob Hannibal Lektor von Thomas Harris, Linda Martin in Lucifer oder das TV-Format Dr. Phil. Mit der Darstellung der Psychologie gehen Sex, Drogen, Missbrauch, Kriminalf\u00e4lle und nicht zuletzt die nahezu \u00fcbermenschliche Gabe, Gedanken und Gef\u00fchle zu lesen, einher. Das Imageproblem der Psychologie wurde von verschiedensten Pr\u00e4sidenten der American Psychology Association \u00fcber fast 50 Jahre hinweg kommuniziert. (e.g. Albee, 1970, in APA, 1970; Farley, 1993; Kaslow, 2015; Levant, 2006; Miller, 1969) Dennoch ist die Selbsterforschung in Fachkreisen unbeliebt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Psychologie nicht nur als interdisziplin\u00e4re Wissenschaft zwischen Natur- und Sozialwissenschaften auftritt, sondern auch praktiziert, ist eine Erfassung notwendig. So kann das Interesse an wissenschaftlichen Themen aus der Psychologie, aber auch Implikationen f\u00fcr die Arbeit von Psycholog*innen gef\u00f6rdert werden. (Lilienfeld, 2012; Wedding, 2017) Innerhalb unserer Arbeit \u201eImage der Psychologie in den Medien, Stand der Literatur und Social Media Analyse 2022\u201c beleuchten wir die Repr\u00e4sentation der Psychologie mit Hauptaugenmerk auf digitale Medien und soziale Netzwerke. Hierzu wird folgend die Literatur zusammengefasst. Weiter ein \u00dcberblick \u00fcber bekannte Ph\u00e4nomene der Psychologie in Social Media gegeben. Anschlie\u00dfend die Ergebnisse einer umfassenden Big-Data-Analyse pr\u00e4sentiert und Implikationen f\u00fcr die Praxis abgeleitet. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-image-der-psychologie-in-den-medien\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Das Image der Psychologie in den Medien: <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Eine gesamtheitliche Betrachtung der Medienauftritte von Psycholog*innen zeigt, dass die Psychologie in fast allen Medienformaten vertreten ist (Trepte et al., 2008). Grob l\u00e4sst sich die Medienlandschaft in nicht fiktionale und fiktionale Medien einteilen, wobei Ersteres Tatsachenberichte (e.g. in Zeitungen) und Letzteres erfundene Inhalte (e.g. Romane) umschlie\u00dft (Trepte et al., 2008). In Fachzeitschriften besteht generell weniger Interesse an psychologischen Inhalten als an traditionellen Naturwissenschaften (Cassidy, 2014). Gleichzeitig werden Artikel seltener von dementsprechend ausgebildeten Fachjournalist*innen verfasst und seltener als \u201eWissenschaftler*innen\u201c gekennzeichnet (Cassidy, 2014). Andererseits ist die Medienpr\u00e4senz der Psychologie besonders stark in Tageszeitungen, Radiosendungen, Podcasts, Zeitschriften und Talk-Shows vertreten. Hier fungieren Psycholog*innen meist als Kommentator*innen, aber selten als Forschende (Cassidy, 2014; Trepte et al., 2008). In Formaten stehen h\u00e4ufig Themen wie Liebe, Partnerschaft und Emotionen sowie emotionale St\u00f6rungsbilder im Vordergrund (Trepte et al., 2008). Besonders auff\u00e4llig ist die Verallgemeinerung von Teilen der Psychologie zu \u201eCommon Knowledge\u201c (Lilienfeld, 2012; Trepte et al., 2008; Wedding, 2017). Fiktionalen Medien lassen sich grob in die fiktionale Literatur (e.g. Comics, Romane, Krimis) und die elektronischen Massenmedien (Film, Fernsehen und Fernsehserien, sowie Videospiele) einteilen. In Cartoons war vor allem eine starke stereotypisierte Ansicht der Psychologie vorherrschend (Walter, 1992). In aktuelleren Darstellungen ist dies nicht mehr in G\u00e4nze zu best\u00e4tigen (e.g. Depressionen von Elsa aus \u201eFrozen\u201c, Buck &amp; Lee, 2013; siehe auch Entertainment Times, 2018). In Krimis, Thrillern und Dramen schien ebenfalls ein mehrheitlich negatives und stereotypes Image der Psychologie vorherrschend zu sein (Dudley 1994). Auch hier wei\u00dfen aktuelle Arbeiten darauf hin, dass es vermehrt Positivbeispiele der Darstellung psychischer Erkrankungen gibt (Richmond, 2019). Trepte und Kollegen (2008) und von Sydow (2007) haben in ihren Literatur\u00fcbersichten sowohl \u00fcber die positiven als auch negativen Darstellungen in Film und Fernsehen berichtet. Auf der positiven Seite stehen beispielsweise als hilfreich, empathisch und kompetent wahrgenommene Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen. Dem gegen\u00fcber eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Menge an psychisch Erkrankten, die als Gefahr f\u00fcr die Gesellschaft dargestellt werden. Oftmals von verst\u00e4ndnislosen Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen betreut. Beispielsweise zwangsmedikament\u00f6s und erfolglos behandelt oder durch Grenzverletzungen wie sexuelle \u00dcbergriffe gepr\u00e4gte therapeutische Beziehungen. Weibliche Therapeutinnen werden weiterhin als inkompetente Sexobjekte verallgemeinert, wobei die insgesamt pr\u00e4valenteste Darstellung, die eines wei\u00dfen Mannes nach dem Freud-Typus ist. Im Folgenden m\u00f6chten wir uns intensiv mit der Darstellung der Psychologie in elektronischen Medien besch\u00e4ftigen. Aufgrund mangelnder Literatur werden dabei vor allem Einzelbeispiele betrachtet. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-image-der-psychologie-in-film-fernsehen-und-fernsehserien\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Das Image der Psychologie in Film, Fernsehen und Fernsehserien <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Ein interessanter Psychologe in den Massenmedien ist Phil McGraw (besser bekannt als Dr. Phil in der gleichnamigen Fernseh-Talkshow). Er begann im Jahre 2002 eine Psychologieshow in der USA, und seitdem versucht er Psychoedukation in die amerikanische Gesellschaft zu transportieren. Die Reichweite der Talkshow ist mit Millionen von Zuschauer*innen enorm und somit ist es nicht verwunderlich, dass er als das \u00f6ffentliche Gesicht der Psychologie in den USA gilt (Wedding, 2017). Die h\u00e4ufigsten diskutierten Themen sind dabei Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Eine Psychotherapie ist die meistens empfohlene Therapieform (Rasmussen &amp; Ewoldsen, 2013). Was aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen sollte, dass er teilweise unwissenschaftliche und unangebrachte Verhaltensweisen und Aussagen t\u00e4tigt (Wedding, 2017). Insgesamt gibt es Hinweise, dass die Gesamtdarstellung der Psychologie in Film und Fernsehen zunehmend positiver geworden ist (Stringer, 2016; Wedding, 2017) und es einige herausragend realistische Darstellungen der Psychologie gegeben hat. Die Abteilung f\u00fcr Medienpsychologie der APA (Div. 46, 2021) hat durch ihr Medien\u00fcberwachungscommittee den Shirley Glass Golden Psi Award (Wedding, 2017) f\u00fcr die positive Darstellung von psychischen Gesundheitsexpert*innen in fiktionalen Medien vergeben. Vergangene Preistr\u00e4ger sind unter anderem, \u201eLaw &amp; Order: Special Victims Unit\u201c (Universal Television, seit 1999), \u201eThe Soparanos\u201c (Home Box Office, 1999\u20132007) oder auch Bill Brochtrup in der Darstellung von Dr. Joe Bowman in \u201eMajor Crimes\u201c (Warner Bros. Television, 2012\u20132018). <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-image-der-psychologie-in-computerspielen\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Das Image der Psychologie in Computerspielen <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Die Darstellung von psychischer Gesundheit und -kliniken in Videospielen ist kein neues Ph\u00e4nomen. Beispielsweise wurde im Jahr 1998 das Spiel \u201eSanitarium\u201c von DreamForge Entertainment (nach Metacritic, 2021) ver\u00f6ffentlicht. Auch in neueren Horrorspielen wie beispielsweise \u201eOutlast\u201c (Red Barrel, 2013; 2017) oder \u201eThe Evil Within\u201c (Tango Gameworks, 2014) werden Darstellungen von psychisch erkrankten Charakteren sowie psychischer Kliniken als Schauplatz der Handlung genutzt, um die Spieler*in zu ver\u00e4ngstigen (siehe auch Dunlap, 2018). In einer Bachelorarbeit von Hintsche (2011) wird eine Szene des Videospiels \u201eHeavy Rain\u201c (Quantic Dreams, 2010) analysiert. Insgesamt ergibt sich der Eindruck einer stark stereotypen Gesamtdarstellung, die verschiedene laienhafte Vorstellungen der Psychologie kombiniert: Esoterik, neuropsychologische Inhalte und eine Freud\u2019sche Darstellung der Psychoanalyse (Hitsche, 2011). \u201eHellblade: Senua\u00b4s Sacrifice\u201c (Ninja Theory, 2017) ist im Gegensatz ein Positivbeispiel, in der die Protagonistin in einem Fantasy-Adventure mit Psychosen konfrontiert wird. Das Videospiel wurde mithilfe von Gesundheitsexpert*innen und Betroffenen mit entsprechenden Symptommustern entwickelt und versucht, die Komplexit\u00e4t psychischer Erkrankungen in ihrer Gesamtheit und ohne Stigmatisierung abzubilden. Weiter haben Shapiro und Rotter (2016) in einer Analyse der 50 bestverkauften Videospiele von 2011 bis 2013 ermittelt, dass gut ein Viertel der Videospiele psychisch erkrankte Charaktere pr\u00e4sentieren, von denen 69 % als gewaltt\u00e4tig und als \u201em\u00f6rderische Wahnsinnige\u201c (nach Hyle, 2003) eingestuft wurden. Dem werden nur einzelne positive Beispiele, in denen die Darstellung von psychischen Erkrankungen realistisch und entstigmatisierend ist, entgegengesetzt (CheckPoint, 2019). Zusammenfassend ist auch das Image der Psychologie in Videospielen sowohl von besonders positiven als auch besonders negativen Beispielen gepr\u00e4gt (Trepte et al., 2008; von Sydow, 2007). Wobei auch hier negative Darstellungen insgesamt \u00fcberwiegen und aktuell vorherrschend sind. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-image-der-psychologie-in-social-media\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Das Image der Psychologie in Social media <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Eine der wohl wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnt ist der Siegeszug der sozialen Netzwerke. Auch hier befindet sich die Psychologie in einem medialen Umfeld und stellt Content unterschiedlichster Art bereit. Insbesondere in Betrachtung der Pr\u00e4senz von Social Media in unserem allt\u00e4glichen Leben und dessen Einfluss auf unsere Meinungsbildung erscheint eine Untersuchung sinnvoll. Plattformen wie Twitter, Instagram oder Youtube einigen sich besonders gut zur Beurteilung von Wahrnehmung und Einstellung. Hier werden Meinungen ungefiltert in Form von Kommentaren ge\u00e4u\u00dfert. Bleiben jedoch nach unserem Kenntnisstand unerforscht. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"phanomene-der-psychologie-in-social-media\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Ph\u00e4nomene der Psychologie in Social media <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-drop-cap has-pale-pink-color has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><em>1 Es wird \u00fcber Psychologie informiert<\/em><strong><em>: <\/em><\/strong>Zum einen zur Aufkl\u00e4rung \u00fcber Psychologie und Psychotherapie. Zum anderen zur \u00dcbermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Des Weiteren werden Informationen zu generellem Sachwissen bereitgestellt. Sowohl von studierten Psycholog*innen, renommierten Fachmedien als auch Laien. Bekannte Beispiele sind der Instagram-Account von Diana zu L\u00f6wen (zur Loewen, o.D.), das Journal of Psychology auf Facebook (Journal of Psychology, o.D.) und Psychologeek auf Youtube (psychologeek, 2022). <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-drop-cap has-pale-cyan-blue-color has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><em>2 Psychologie dient der Unterhaltung: <\/em>So werden humoristische portr\u00e4tierte Darstellungen psychologischer Ph\u00e4nomene verbreitet. Ebenso psychologische Analysen zum Beispiel aus der Kategorie der Kriminalpsychologie als Unterhaltungsmedium genutzt. Bekannte Formate hierzu sind Brightside auf Youtube (BRIGHT SIDE, 2022) und JCS-Criminal-Psychology (JCS &#8211; Criminal Psychology, 2022).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-drop-cap has-pale-cyan-blue-color has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><em>3 Es gibt Foren zum Thema Psychologie: <\/em>Diese treten in unterschiedlichen Arten auf, sind aber zumeist unter Schlagw\u00f6rtern zu psychologischen St\u00f6rungen zu finden. Zum einen wird die Unterst\u00fctzung psychisch Erkrankter untereinander beobachtet. Zum anderen unterschiedliche Blogs \u00fcber Stimmung, Tagesablauf und Entwicklung von St\u00f6rungen identifiziert (Instagramm, o.D.).<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-drop-cap has-pale-pink-color has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><em>4 Es wird \u00fcber Therapie und Coaching berichtet: <\/em>Dabei werden therapeutische Inhalte und Feedback sowohl von Laien als auch von ausgebildeten Psycholog*innen verbreitet. Besonders relevante Themen k\u00f6nnen in den Kategorien klinische Psychologie, Erfolg, soziales Miteinander, Liebe und F\u00fchrung erkannt werden. Aufschlussreiche Accounts hierzu sind die Psychotherapeutin auf Instagram (Gla\u00dfmeyer, o.D.) oder Wise Chimp auf Twitter (Wise Chimp, o.D.). <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"> <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"big-data-analysis\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Big Data Analysis <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Auf Basis der untersuchten Ph\u00e4nomene wurden verschiedene soziale Medien anhand einer Big-Data-Analyse untersucht. Zun\u00e4chst wurden die wichtigsten Hashtags zum Thema Psychologie ausfindig gemacht. Sowohl im deutschprachigen als auch englischsprachigen Raum konnten die Schlagw\u00f6rter \u201cPsychology\u201d und \u201cMentalhealth\u201d als am bedeutendsten identifiziert werden (Display Purposes, 2022). Das Data Mining, also das Herunterladen von relevantem Inhalt, wurde ordnungsgem\u00e4\u00df mithilfe einer API durchgef\u00fchrt. Aufgrund von Regularien war es uns nicht m\u00f6glich, Daten von Facebook einzuschlie\u00dfen. Folgend wurden die Plattformen Twitter, Instagram und Youtube untersucht. Es wurden unterschiedliche Techniken des Word-Count, der Word Co Occurrence-Analyses und der Latent-Semantic-Analysis, sowie Word-Pairs angewendet. Aufgrund der unendlichen Menge an Daten ist zu erw\u00e4hnen, dass nur ein Bruchteil der uns zur Verf\u00fcgung stehenden Texte untersucht werden konnten. Demzufolge wird keinesfalls ein vollumf\u00e4ngliches Bild abgegeben. Alle Daten wurden mittels R analysiert und erhoben. Insgesamt konnten mehr als 95.000 Posts, Kommentare und Bildunterschriften aus f\u00fcnf Schlagw\u00f6rtern untersucht werden. Genauere Informationen zum Vorgehen und einzelne Analysen sind in der gleichnamigen Arbeit zu finden. Folgend werden die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ergebnisse\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Ergebnisse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\" style=\"font-size:25px\"><li><em>Psychologie und Wissenschaft: <\/em>Die Psychologie tritt h\u00e4ufig mit Begriffen aus der Wissenschaft und Forschung auf. Insbesondere Twitter zeigt eine starke Verbindung zu wissenschaftlichen Themen. Die Konnotation ist von der jeweiligen Plattform abh\u00e4ngig. So ist sie auf Instagram und Twitter positiver Natur, w\u00e4hrend auf Youtube eine eher negative Stimmung herrscht. <\/li><li><em> Psychologie und Metal Health: <\/em>Psychologie tritt oft mit Begriffen zu Gesundheit und mentaler Gesundheit auf. \u201cMentalhealth\u201d tritt oft mit Begriffen zu St\u00f6rungen, Selbstachtung und Therapie auf. Die Konnotation bleibt dabei eher ausgeglichen. Eine starke Verbindung zu den Stichw\u00f6rtern Therapie, Psychotherapie und Wohlbefinden ist zu vermuten.<\/li><li><em>Psychologie und Therapie: <\/em>Psychologie tritt oft in Verbindung zur Therapie, insbesondere \u00fcber \u201cMentalhealth\u201d auf. \u201cTherapy\u201d tritt mit Begriffen zu St\u00f6rungen, Selbstachtung und Psychotherapie auf. Die Konnotation ist eher negativ. Es herrscht eine starke Verbindung mit Themen zu Psychologie, Therapeuten, Wohlbefinden und mentaler Gesundheit. Des Weiteren kann von einer Verbindung zum Thema Coaching ausgegangen werden. Coaching ist eng verwandt mit Begriffen wie \u201cMotivation\u201d, \u201cLife Coach\u201d, \u201cTraining\u201d, aber hoch negativ konnotiert. <\/li><li><em>Psychologie und Unterhaltung<\/em>: Inhalte aus der Kategorie Unterhaltung in Bezug auf psychologische Inhalte sind meist negativ konnotiert. Diese scheinen jedoch zur Belustigung beizutragen. <em>5. Psychologie: <\/em>Der Begriff wird meist mit Worten aus den Themenbereichen mentale Gesundheit, St\u00f6rungen und Therapie in Verbindung gebracht. Es kann eine eher negative Konnotation erkannt werden. Die Word-Pairs sind im Gegensatz dazu vor allem positiv. So treten z.B. \u201ePsychology\u201c und \u201cPsychologist\u201c, \u201cPsychology\u201c und \u201cMentalhealth\u201c, \u201cAnxiety\u201c und \u201cMotivation\u201c, \u201cMedicine\u201c und \u201cPsychology\u201c, \u201cPsychology\u201c und \u201cPsychologyfacts\u201c, \u201cPsychology\u201c und \u201cPsychotherapy\u201c zusammen auf. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fazit-das-heutige-image-der-psychologie\" style=\"font-size:30px;font-style:normal;font-weight:700\"><strong>Fazit: Das heutige Image der Psychologie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\">Zusammengefasst scheint sich die Darstellung der Psychologie in den Medien in eine positive Richtung zu entwickeln. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse k\u00f6nnen zur Entwicklung des Image der Psychologie in den letzten 15 Jahren folgende Aussagen getroffen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>1. In den Medien <\/strong>In den Medien sind Psycholog*innen allgemein gut pr\u00e4sentiert. Sie geben dabei h\u00e4ufig Kommentare ab, bieten aber eher selten Einblicke in den Berufsalltag oder die Forschung. In Fachzeitschriften sind psychologische Forscher*innen unterrepr\u00e4sentiert und werden oftmals nicht als solche wahrgenommen. In Bezug auf Computerspiele scheinen negative Stereotype mehrheitlich vorzuherrschen. Erfreulich ist dennoch eine teilweise genuine Darstellung psychischer Erkrankungen. In Bezug auf Film und Fernsehen sowie den Printmedien wird ein positiver Aufw\u00e4rtstrend, ebenso eine st\u00e4rkere Diversifikation der Darstellung vermutet. Gesundheit und St\u00f6rungen sind gut repr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend wissenschaftliche Forschungen weniger Einzug erhalten. Im Allgemeinen scheint jedoch immer noch ein von stereotypen und Mythen behaftetes Bild vorzuherrschen. Wichtig ist es f\u00fcr die Zukunft, das Interesse f\u00fcr wissenschaftliche Themen in der Gesellschaft zu f\u00f6rdern, aber auch eine st\u00e4rkere Repr\u00e4sentation von Psycholog*innen in den Fachmedien zu erreichen. In Bezug auf Massenmedien ist es zu empfehlen, nicht zu h\u00e4ufig als Kommentatoren aufzutreten, sondern tats\u00e4chliche Implikationen und Sachwissen zu repr\u00e4sentieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>2. In Social media <\/strong>In den sozialen Medien ist die Psychologie in vielen verschiedenen Themenbereichen vertreten. Ph\u00e4nomene betreffen dabei Informationen, Unterhaltung, Foren und Therapie. Hierbei muss beachtet werden, dass sowohl die Darstellung von professionellen Psycholog*innen als auch von Laien gepr\u00e4gt wird. Die Daten aus der Big-Data-Analyse zeigen, dass die Psychologie mit Themen aus der Wissenschaft und Forschung in Verbindung gebracht wird. Weiter werden St\u00f6rungen, Therapie und mentales Wohlbefinden thematisiert. Ebenso werden psychologische Themen zu Unterhaltungs- und Informationszwecken genutzt. Negative Konnotation treten h\u00e4ufig aufgrund der negativ assoziierten Begriffe der Psychologie auf, aber nicht aufgrund einer tats\u00e4chlichen negativen Haltung gegen\u00fcber der Psychologie. Allgemein scheint die Psychologie in sozialen Medien ein h\u00e4ufig diskutiertes Thema zu sein. Welches dabei ausgewogen und mit einer eher positiven Wahrnehmung behandelt wird. Insbesondere mentale Gesundheit, Motivation und soziales Miteinander sind h\u00e4ufig repr\u00e4sentierte Themen. Hierbei l\u00e4sst sich vor allem eine gute Unterst\u00fctzung der Mitglieder untereinander feststellen. Besonders positiv ist die Verbindung zwischen negativem Wohlbefinden und professioneller Therapie. Hier l\u00e4sst sich vermuten, das Betroffene direkt auf fachgerechte Hilfe hingewiesen werden. Allerdings konnte auch unter dem Schlagwort Coaching vermehrt negativ konnotierte unprofessionelle Hilfe aufgefunden werden. Diese hat zwar nicht immer einen direkten Bezug zur Psychologie, spricht dennoch psychologische Schwerpunkte an. Es ist zu empfehlen, als professioneller Psycholog*inn das Schlagwort Coaching zu meiden. In Bezug auf die Wissenschaftlichkeit scheint in den sozialen Netzwerken eine positive Einstellung zu herrschen. Die Psychologie wird als wissenschaftlich angesehen und anerkannt, nicht wissenschaftliche Formate, die nur zur Unterhaltung dienen als solche identifiziert und markiert. Die Darstellung von korrektem Fachwissen sollte allerdings gesteigert werden. Viele Informationen, die zu finden sind, basieren auf einfacher K\u00fcchenpsychologie. Hier ist ein vermehrtes Auftreten ausgebildeter Psycholog*innen n\u00f6tig. Insbesondere um Informationen von Laien, die oft Fehler enthalten, Einhalt zu bieten. Allgemein von Vorteil ist eine korrekte und abgewogene Darstellung der Psychologie, die den Nutzen des Praktizierens, aber auch die Wissenschaftlichkeit der Forschung und der Methoden darstellt. Dies kann durch eine nicht zu abstrakte, einfache Sprache gef\u00f6rdert werden, die aber dennoch keine wichtigen Erkenntnisse vernachl\u00e4ssigt. Ein positiver Aufw\u00e4rtstrend k\u00f6nnte zum einen an einer differenzierteren Darstellung liegen. Zum anderen an einer steigenden Wahrnehmung f\u00fcr die Wichtigkeit psychologischer Kernthemen wie soziales Miteinander oder mentale Gesundheit. Definitive Zusammenh\u00e4nge gilt es in der Zukunft zu untersuchen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Gesellschaft und Medien sind Psycholog*innen oft von Mythen und Stereotypen umgeben. Egal ob Hannibal Lektor von Thomas Harris, Linda Martin in Lucifer oder das TV-Format Dr. Phil. 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