Zum Nachmittagstee auf einen Joint

Dieser Tage wird viel über die Legalisierung von Cannabis debattiert. Die FDP und die Grünen machen das Thema zu ihren politischen Kronjuwelen, während im Gesundheitssystem sehr viel dringendere Reformen anstehen würden. Ganz abgesehen von einem ungünstig gewähltem Zeitpunkt, verkörpern die Politiker teils irrwitzige Argumente. Das liegt daran, dass die europäische Gesetzeslage eine Legalisierung gar nicht erst erlauben würde. Eine Entkriminalisierung aber keine Verbesserung des Systems bedeutet. Sodann verrennen sich die Gesetzgeber in ihrer eigenen Zwickmühle. Sie müssen Gesetzesentwürfe medial als Prävention verkaufen und verstricken sich in irrationalen Argumenten. Das wird der eigentlich zwingend zu führenden Diskussion nicht gerecht, die im öffentlichen Raum nötig wäre. Denn das Thema ist im Kern hochkomplex. 

Die emotional behaftete Debatte, insbesondere bei den stark auftretenden Generationen der 60er, 70er und 80er Jahre, geprägt durch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und regelrechten Drogendramen in Frankfurt, Berlin und München, wird traditionell konservativ präsentiert. Gleichzeitig verzeichnen breite Teile der Gesellschaft eine hohe Drogenakzeptanz, weiter ein Drogenkonsumproblem sowie ein salopper Umgang bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Kapazitätsprobleme in der Bekämpfung der Drogenkriminalität führen zu einer florierenden Schattenwirtschaft. Die offene Frage, wie schädlich ist (illegales) Kiffen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und die Gesellschaft kommt nicht ausreichend zur Geltung.

Vorneweg möchte ich meine persönliche Einstellung verdeutlichen. Generell spreche ich mich für eine Legalisierung von Marihuana aus, wenn dies unter den richtigen Rahmenbedingungen geschieht. Meine Meinung stütze ich dabei auf logische Argumentationen, auch sodann diese selbstverständlich niemals allumfassende Gültigkeit besitzen. So können sich gesellschaftliche und auch wissenschaftliche Erkenntnisse im Flux verändern. Als im Jahr zweitausend geborener Millennial waren in meiner Jugend Drogen omnipräsent. Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Diese sehr bilaterale Beziehung ermöglicht mir sowohl meine aktuellen Ansichten anzunehmen, als auch ein äußerst differenzierten, aber nie objektiven Blickwinkel. Ich lade Sie in diesem Artikel zum gemeinsamen Denken ein. Scheuen Sie sich nicht, ihre eigene Meinung zuzulassen, sich gegen meine Ansichten zu wehren.

Drogen

Beschäftigen wir uns mit dem Thema Cannabis, so müssen wir uns unweigerlich mit Drogen auseinandersetzen. Denn auch wenn es einige Szene vernarrte Befürworter nicht akzeptieren wollen, Cannabis ist nichts anderes als das. Eine Substanz, die auf das Erleben und Verhalten des Menschen wirkt. Im Fundus nicht anders als Nikotin, Alkohol oder Ecstasy. Sprechen wir über diese Drogen, so müssen wir immer unterschiedliche Blickwinkel einnehmen. Die Rolle in der Gesellschaft, die Rolle für den Körper und für den Geist. 

Ich möchte hier nicht weiter auf die genaue Wirkungsweise eingehen, dennoch eine kurze Definition liefern. Drogen sind eigentlich Rauschgifte, das Wort Droge ist ein ehemals umgangssprachlicher Begriff für Heil und Anregungsmittel. Genauer gesagt bewirken sie eine seelische und, oder körperliche Veränderung im Menschen. Im Volksmund vor allem gemeint sind sogenannte psychotrope Substanzen. Also Stoffe, die die genannten Eigenschaften besitzen. Dazu zählen viele verschiedenen Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Kokain, Cannabis oder Koffein.

Drogen in der Gesellschaft

Das Konsumieren von psychoaktiven Substanzen ist wahrscheinlich so alt wie wir selber. Die Menschheit konsumiert Drogen schon seit Anbeginn. So fand man Rückstände von Cannabis in Pfeifen der amerikanischen Ureinwohner, die Medizin verschrieb unter anderem Kokain und Heroin, Freud war dauerhaft drauf, Shakespeare kiffte und Hitler pumpte seine Front mit Ecstasy zu. Viele Errungenschaften, aber auch Grausamkeiten und Tode wären wohl ohne Drogen niemals entstanden. Auch Primaten lassen Früchte gezielt reifen, um in den Genuss von einem Rausch zu kommen. In einer Studie fand man heraus, dass Kühe diejenigen Gräser auf einer Wiese bevorzugen, die sedativ wirken. Insofern ist der Hang zum Rausch keine Eigenschaft einer hoch entwickelten Spezies, ganz im Gegenteil. Man könnte gar behaupten, dass sie recht primitiv sei.

Über die letzten Jahrzehnte hinweg nahm das Thema unterschiedliche Standpunkte innerhalb der Gesellschaft ein. In den 20er-Jahren herrschte die Hochzeit des Kokains und des Ecstasys. Während im Zuge der Flower-Power Bewegung in den 50er und 60er-Jahren LSD nahezu verherrlicht wurde. Bis zum großen Aufschrei Ende der 70er-Jahre durch die Pflichtlektüre:“Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, Heroin und die verheerenden Folgen. In den Neunzigern brachte die Techno-Szene wieder alle möglichen Drogen in die Bundesrepublik, jenseits der 2000er werden vor allem im Rap Arzneimittel wie Benzodiazepine verherrlicht. 

Drogen und das Verbot

Neben der anziehenden Wirkung waren Drogen auch immer negativ, abstoßend behaftet. Sprich, wir hegen seit jeher vermutlich eine ambivalente Beziehung zu psychoaktiven Substanzen. Bereits Steinzeitmenschen setzten auf die Wirkung psychoaktiver Pilze, das belegen zumindest Höhlenzeichnungen. Es ist wohl wenig nachvollziehbar, inwieweit unserer Vorfahren Neugier, Angst oder Ehrfurcht empfanden. Aber zumindest in den ersten Büchern dieser Welt, heiligen Schriften, lesen wir immer wieder Verweise auf die Missachtung von Drogen. Ein ausdrückliches Verbot findet sich im westlich geprägten Christentum allerdings nicht. 

So kann man davon ausgehen, dass immer vor dem Verfall durch Drogen, den Risiken gewarnt worden ist, aber keine ausdrückliche Prohibition stattfand. Das deckt sich mit dem Verhalten und den Leitlinien in der nachfolgenden Gesellschaft. So waren psychotrope Substanzen immer ein Teil von ihr, bis Anfang des 20. Jahrhunderts. 

In weiten Teilen Amerikas und Europas wurden unterschiedlichste Substanzen verboten. Opiate, Marihuana oder auch Alkohol. Einerseits zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, dem friedlichen Zusammenleben in der Gesellschaft, aber auch der Arbeitsfähigkeit. So könnte man der Beschränkung eine funktionelle und marktwirtschaftliche Intention zuschreiben. Denn ein benebeltes Volk kann nicht die gewünschte Effektivität an den Tag legen, gesundheitliche Risiken belasten das System unnötig. 

Insbesondere das Verbot von Cannabis, das erst einige Jahrzehnte später in die meisten Dekrete aufgenommen worden ist, unterliegt einem marktwirtschaftlichen Interesse. Man geht davon aus, dass die Gesetzte durch das zu tun einiger Großindustrieller veranlasst worden sind. Zum einen, da Hanf als Webstoff drohte, synthetische Stoffe abzulösen, zum anderen, da die Substanz in den Verruf kam, besonders träge zu machen. 

Cannabis und die Schattenwirtschaft 

Cannabis ist aktuell die meist konsumierte illegale Droge. So gibt jeder vierte junge Erwachsene an, schon einmal Marihuana konsumiert zu haben. Mit diesem Konsum gehen auch Gesetzesbrüche einher. So ist die Abgabe und der Besitz strafbar. Die Aufnahme allerdings nicht. 

Im Jahr 2020 wurden ca. 220.400 Delikte im Zusammenhang mit Cannabis gezählt. Der prozentual größere Teil geht auf Delikte im Zusammenhang mit Eigenbedarf einher. Nur ein Bruchteil der Strafverfolgung fällt auf die organisierte Drogenkriminalität. 

Experten schätzen die Schattenwirtschaft im Zusammenhang mit Cannabis auf mehrere Milliarden Euro. Oftmals stecken illegale Organisationen hinter dem Verkauf von Drogen, was selbstredend zu weiteren gesellschaftlichen Brennpunkten führt. Da die Polizei aber in der Drogenbekämpfung vor allem mit der Abarbeitung von Bagatellen beschäftigt ist, bleibt eine effiziente Verfolgung der Schattenwirtschaft aus. 

Weiter entgeht dem Staat ein riesiger Markt, der genauso wie andere Rauschmittel hoch besteuert werden könnte. Ideal sollte das Geld zweckgebunden verwendet werden, in Prävention, Suchtberatung und weitere dringend notwendige Maßnahmen fließen. 

Cannabis und der Zugang

Mit einer Legalisierung vereinfacht man den Zugang zu der Substanz. Dennoch muss man feststellen, dass kaum eine Droge so einfach zugänglich ist. Sei es auf dem Schulhof oder im Stadtpark, auf dem Dorfplatz oder im Club. Durch kontrollierte Abgaben könnte man eine genauere Kontrolle darüber erhalten, was, wie viel, an wen und wo ausgegeben wird. Durch eine Entkriminalisierung einen wichtigen Reiz der Substanz nehmen. Vermutungen legen nahe, dass eine Legalisierung eher zu einem Rückgang des Konsums führen würde. So zeigen zumindest Beobachtungen aus Amerika, dass nach einem ersten Hype das Geschäft mit Cannabis nie gut angelaufen ist. Vor allem nicht zu ausschlaggebend mehr Konsum geführt hat.

Weiter könnte eine Legalisierung zugleich den Zugang zu einer ausreichenden Menge benötigten Wirkstoff als medizinisches Produkt ermöglichen. So ist die Verschreibung von THC bei zum Beispiel chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose oder Rheuma eine wirksame Therapiemöglichkeit. Jedoch ist die Verfügbarkeit der Wirkstoffe in den Apotheken oft nicht ausreichend gedeckt, zudem stößt der Konsum auf Probleme in der Gesellschaft und im Leben. Wie z. B. beim Konsum im öffentlichen Raum, oder der illegalen Benutzung eines PKW nach Ende der Wirkzeit, da noch Rückstände im Urin nachzuweisen sind. 

Cannabis und die Folgen

Selbstverständlich hat Cannabis, wie alle anderen Substanzen auch, Folgen. Körperlich sind diese recht einfach abzustecken. So beschränken sich die Langzeitauswirkungen auf die Konsumart. Da Marihuana meist oral inhaliert wird, sind die Risiken ähnlich zu einem dauerhaften Tabakkonsum zu betrachten. Sprich eine geringere Lungenfunktion und ein größeres Risiko für Lungenkrebs. Je nach Häufigkeit und Weise des Konsums, mit oder ohne Tabak, mit oder ohne Filter, verändern sich die Risiken etwas, aber unerheblich. 

Befürworter nennen oft ein Argument des geringeren Übels. So sei Cannabis nur weniger schlimm als Alkoholkonsum. Auch wenn die Annahme hinsichtlich gesundheitlicher Schäden wohl zutreffend ist, ist sie wenig zielführend. Nur weil es etwas legales gefährlicheres gibt, rechtfertigt das nicht weitere Schäden zuzulassen.

Möchte man die Auswirkungen für die Psyche und die Entwicklung beschreiben, so ist es komplizierter. Vergleichen wir das Abhängigkeitspotenzial zwischen Cannabis und anderen psychoaktiven Substanzen, ist dieses recht gering. So liegt Marihuana unter den Werten von Tabak oder Alkohol, wurde dennoch lange unterschätzt. Schließt man sowohl eine psychische, soziale und physische Komponente mit in die Definition ein, sind circa 10 % der Konsumenten abhängig. Dazu muss man anmerken, dass die körperliche Abhängigkeit recht gering ist, hier spielt eine psychische Komponente eine sehr viel größere Rolle. 

Untersuchen wir die Auswirkungen auf die Psyche, so müssen wir differenzieren. Ja, Cannabis führt zu erhöhten Fallzahlen an Störungen. Vor allem der Schizophrenie und Depression. Allerdings ist die Studienlage zu dünn, um einen kausalen Zusammenhang zu belegen. Aktuell geht man eher davon aus, dass die Substanz als Moderator wirkt. Also bei einer Prädisposition für Schizophrenie die Auslösung bedingen kann, aber nicht per se zur Störung führt. Dennoch ist das Risiko definitiv erhöht. In Anbetracht der Lebenszeitprävalenz dieser Störungen aber wohl nur marginal. Besonders hervorzuheben ist eine sogenannte Gen-Umwelt-Interaktion. Kommen genetische Risikofaktoren, die mit einer psychiatrischen Störung assoziiert sind, auf den Umweltfaktor der Genexposition, kann es im späteren Verlauf zu Funktionsstörungen kommen. Ob und wann dies auftritt, ist allerdings nicht vorherzusagen, denn die gleichen Risikofaktoren können in verschiedenen Hirnzellen zu unterschiedlichen neurologischen Veränderungen führen. Die Exposition von Risikofaktoren sind bei genetischer Prädisposition ein Lottospiel. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass THC die epigenetische Landschaft verändert. Sprich, die Cannabis Exposition kann durch die Komplexitätsreduzierung von Neuronen die neuronalen Schaltkreise hemmen und somit die Fähigkeit der Plastizität verändert. So kann die Genexpression moduliert werden, ohne den genetischen Code verändern zu müssen. Vor allem bei Genen mit erhöhter THC-Empfindlichkeit zeigt dies besonders große Wirkung. Viele davon sind mit psychiatrischen Erkrankungen assoziiert. 

Die wohl größten Folgen hat Cannabis auf unser Denken und Handeln. So muss man hier zwischen der pränatalen Exposition, dem Kindesalter, dem Jugendalter und dem späten Erwachsenenalter unterscheiden. Die Aufnahme von THC während der Schwangerschaft kann zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Kindes führen. Stressanfälligkeit, Ängstlichkeit, Aggressivität, Hyperaktivität, Veränderungen der Herzratenvariabilität und Autismus stehen auf der Liste der möglichen Folgen. Die THC Exposition in Uteru führt zudem zu einer erhöhten allgemeinen Reaktionsfähigkeit des limbischen Dopamin-Systems, was eine höhere Anfälligkeit für Substanzabhängigkeit im späteren Leben bedingen kann. 

Auch peri- oder postnatal wird durch die Muttermilch THC weitergegeben, denn Stillen verlängert den potenziellen Zeitraum der direkten Übertragung von Cannabinoiden auf den sich entwickelnden Nachwuchs in kritischen Phasen der Neuroentwicklung. So wird der Entwicklungsverlauf synaptischer Funktionen bei erwachsenen Nachkommen gestört. Beeinflusst werden vor allem kognitive Exekutivfunktionen sowie Funktionen zur Kontrolle und Selbstregulierung des Verhaltens. Das hat Einflüsse auf das Verhalten im späteren Leben vor allem im emotionalen Kontext, aber auch im sozialbehavioralem Repertoire.

In Anbetracht der Schäden im Jugendalter lassen sich zudem verheerende Folgen belegen. Als eine kritische Phase der Neuroentwicklung sind mesolimbische Dopamin-Signalwege in ihrer höchsten Expression und Aktivität, somit kann die Anfälligkeit für eine Abhängigkeit bei Exposition von Cannabis deutlich erhöht werden. In der Jugend, vor allem während, aber auch vor der Pubertät führt der Konsum zudem zu der Beeinträchtigung des Denkens. Es stört die Gehirnentwicklung, hier geht man von irreparablen Langzeitschäden in Kompetenzen wie logisches Denken oder Problemlösen aus. Vor allem die normalerweise effiziente Zuweisung von kognitiven Ressourcen wird gestört. Es kommt zu einer unterschiedlichen Leistung des präfrontalen Kortex sowie unterschieden im Default Mode Network.

Nach Abschluss der Pubertät, sprich in der Phase des Emerging Adulthood geht man weiter von einer Beeinträchtigung des Denkens aus. Schäden scheinen nicht simultan irreparabel zu sein, sondern können sich nach Beendigung des Konsums wieder teilweise zurückentwickeln. Es gibt Verweise darauf, dass auch im frühen Erwachsenenalter der Konsum zu Beeinträchtigungen führen kann. Im späteren Erwachsenenalter scheint dieser aber risikoarm. So können zwar temporäre Schäden auftreten, diese rezidivieren jedoch nach Beendigung des Konsums.

Generell muss man anmerken, dass sich die Mehrzahl der genannten Ergebnisse in einer äußerst dünnen Studienlage befinden. So sind definitive Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt. Die meisten Erkenntnisse basieren auf Tierversuchen, Experimenten mit Dauerkonsumenten und Beobachtungen, sie sind mit Vorsicht zu genießen. Es bedarf definitiv weiterer Forschung, weiter breiter, längsschnittlicher Studien.

Die Legalisierung, wenn ja, bitte richtig!

Bei der Frage, ob eine Legalisierung von Cannabis sinnvoll ist, gibt es kein klares Ja oder Nein. Viel mehr muss man zwischen dem Nutzen der Illegalisierung und dem Nutzen der Legalisierung abwägen. Für mich gewinnt an dieser Stelle die Legalisierung, denn dies könnte einige gesellschaftliche und politische Probleme lösen. 

Zum einen können wir stärker gegen die aus der Illegalisierung entstehende Schattenwirtschaft vorgehen. Zweitens haben wir Kontrolle, wie viel, in welcher Stärke und wo Cannabis abgegeben wird, aber auch konsumiert wird. Das hat zum einen den Vorteil, dass man den Konsum in nicht vertretbaren Umgebungen zukünftig härter ahnden kann, sprich in der Nähe von Schulen oder Spielplätzen. Zweitens den THC Gehalt kontrollieren könnte. Vor allem bei neurologischen und psychischen Folgen geht man von einer hohen Abhängigkeit in Bezug auf Reinheit und Stärke der Substanz aus. Weiter schafft eine Legalisierung Geld und Platz für wichtige, dringend notwendige Maßnahmen der Prävention, Aufklärung und Therapie. Man öffnet die Schranken für einen problemlosen, gesellschaftlich akzeptierten medizinischen Gebrauch. Zudem gewährleistet man, dass Konsumenten nicht zwingend in die Kriminalität gedrängt werden. Und auch in der Forschung könnte eine Legalisierung den Zugang zu neuen Samplen ermöglichen sowie Forschungsgelder akkreditieren. 

Natürlich bleiben auch negative Folgen, so können sich Kinder und Jugendliche weiterhin an der Schattenwirtschaft betätigen, aber das beschreibt nur den Status-Quo. Ganz davon abgesehen, dass der Konsum von einem großen Teil der Gesellschaft akzeptiert wird. So ist der gesellschaftliche Joint zum Nachmittagstee ebenfalls gängige Praxis.

Eine Legalisierung sollte dann erfolgen, wenn die Gewinne der Legalisierung die Schäden der Illegalisierung überschreiten. Insofern spreche ich mich für eine Legalisierung im Sinne des vorgelegten Gesetzesentwurfes aus, denn die getroffenen Ansätze sind nicht verkehrt. Jedoch sollte dies nicht als Präventionsmaßnahme, sondern als Risikoabschätzung erfolgen. So sollte die Legalisierung durch Forscher aus interdisziplinären Fachgebieten wie Psychologen, Mediziner und Soziologen begleitet und beobachtet werden. Weiter müsst man eine erste Phase zeitlich beschränken und darüber hinaus keine weitere Erlaubnis erteilen, sodass nach einer Evaluation folgenlos die Reißleine gezogen werden kann. 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert