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Prognose-Tracker · Ökonomie & Arbeit

800.000 raus, 800.000 rein: Der Tausch, der keiner ist

JH
Jonas Hartwig
2 Min. Lesezeit · 31. Oktober 2026

Die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen in stark KI-exponierten Berufen liegt 13 Prozent unter dem gesamtwirtschaftlichen Trend, während erfahrene Arbeitskräfte stabil bleiben oder zulegen. Insgesamt rechnet das IAB mit 800.000 wegfallenden und 800.000 neuen Jobs in 15 Jahren, darunter minus 120.000 in Unternehmensdienstleistungen und plus 110.000 in IT- und Informationsdienstleistern. Wer sieht von den 4,5 Billionen Euro zusätzlicher Wertschöpfung etwas, wenn die neuen Stellen anderswo entstehen?

800.000 Jobs weg, 800.000 neu: Der stille Umbau

„Wie wird KI die Arbeitswelt verändern? Eine neue Studie wagt eine Prognose. Die zentrale Botschaft: Die Zahl der Arbeitsplätze bleibt weitgehend stabil, doch die Umwälzungen dahinter werden gewaltig sein.“ So steht es im Autorenreferat einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Gesamtzahl an Arbeitsplätzen in Deutschland dürfte weitgehend konstant bleiben, aber dahinter verbergen sich gewaltige Veränderungen. Rund 800.000 Arbeitsplätze könnten in dieser Zeit durch KI wegfallen und rund 800.000 andere neu entstehen. Das klingt nach einem sauberen Tausch. Für die, die ihren Job verlieren, ist es keiner.

Vor allem im Bereich Unternehmensdienstleistungen wird automatisiert: Sekretariats- und Schreibdienste, Callcenter, Auskunfteien. In diesem Bereich wird die Zahl der Beschäftigten in den kommenden 15 Jahren voraussichtlich um rund 120.000 Menschen sinken. Wer heute am Telefon sitzt und Kundenanliegen abarbeitet, hört die Konkurrenz schon im Headset. Mehr Erwerbstätige werden voraussichtlich im Bereich IT- und Informationsdienstleister gebraucht. Dort könnte die Zahl der Erwerbstätigen in den nächsten 15 Jahren um 110.000 Menschen wachsen. Neue Jobs entstehen dort, wo die Automatisierung gebaut wird. Nicht dort, wo sie ankommt.

Das IAB rechnet vor: Im KI-Szenario liegt das jährliche Wirtschaftswachstum um durchschnittlich 0,8 Prozentpunkte höher. Über 15 Jahre kumuliert könnten so 4,5 Billionen Euro an zusätzlicher Wertschöpfung erwirtschaftet werden. Das ist eine Menge Geld. Die Frage ist, wer davon etwas sieht.

Bis Ende 2025 ist kein allgemeiner Einbruch der Beschäftigung in stark KI-exponierten Berufen zu erkennen. Die Zahl der Beschäftigten in den weniger exponierten Berufen schrumpfte dagegen deutlich. Die Apokalypse bleibt vorerst aus. Aber der Druck wandert nach unten. Insbesondere Berufseinsteiger in stark KI-exponierten Tätigkeiten geraten unter Druck. In der Altersgruppe der 22- bis 25-Jährigen sank die Beschäftigung um 13 % relativ zum gesamtwirtschaftlichen Trend. Die Nachfrage nach erfahrenen Arbeitskräften blieb dagegen stabil oder legte sogar zu. Wer gerade von der Uni kommt, konkurriert mit einer Maschine, die nichts kostet und nie schläft.

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung sagt: Deutsche Unternehmen investieren, wenn überhaupt, zu wenig in KI, nicht zu viel. Das eigentliche Problem ist die Zurückhaltung. Nicht die Technik. Die Forscher Teutloff und Braesemann empfehlen, grundsätzlich analytisches Denken und unternehmerische Initiative bei Arbeitnehmern zu trainieren. Das sei sinnvoller, als etwa Buchhalter zu Finanzberatern umzuschulen. Es wisse eh niemand, welche Fähigkeiten künftig konkret gebraucht würden. Umschulung ins Ungewisse. Ehrlich, aber für den Einzelnen wenig tröstlich.

Die Bilanz stimmt auf dem Papier: 800.000 Jobs weg, 800.000 neu. Doch was passiert mit denen, die in den 120.000 wegfallenden Sekretariatsjobs sitzen, während die 110.000 neuen IT-Stellen anderswo entstehen? Und wer fängt die 22-Jährigen auf, die schon jetzt 13 Prozent weniger Arbeit finden? Die Studie liefert Zahlen. Antworten liefert sie nicht.

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt, Aussage für Aussage gegen die Quellen geprüft und redaktionell freigegeben. So arbeiten wir

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