Start › Ökonomie & Arbeit › Prognose-Tracker
Prognose-Tracker · Ökonomie & Arbeit

Amerika baut jährlich das Zwei- bis Dreifache von Deutschlands Bestand

JH
Jonas Hartwig
2 Min. Lesezeit · 26. Oktober 2026

Die USA bauen jedes Jahr zwei- bis dreimal so viele Rechenzentrumskapazitäten neu, wie Deutschland insgesamt installiert hat. Hier stehen 2,7 Gigawatt, für 2030 sind 4,8 Gigawatt prognostiziert, der KI-Anteil soll von 530 Megawatt auf 2.020 Megawatt steigen. Wer bezahlt den Strom, wenn die Netze an der Grenze sind?

„In den USA werden jedes Jahr zwei- bis dreimal so viele Kapazitäten neu zugebaut, wie in Deutschland überhaupt installiert sind“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. „Es ist höchste Zeit gegenzusteuern. Ohne Rechenzentren keine digitale Souveränität.“

Der Mann redet nicht ins Leere. Die Vereinigten Staaten verfügen aktuell über 48 Gigawatt IT-Anschlussleistung, im Jahr 2030 sollen es rund 95 sein. China liegt mit 38 Gigawatt im Jahr 2024 und 64,3 Gigawatt 2030 auf Rang zwei. Deutschland kommt auf 2,7 Gigawatt jetzt und voraussichtlich 4,8 Gigawatt 2030.

In Deutschland stehen derzeit 2.000 Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von jeweils mehr als 100 Kilowatt, darunter 100 größere mit mehr als 5 Megawatt Leistung.

Künstliche Intelligenz verändert das Bild. Aktuell machen Rechenzentren für KI rund 15 Prozent der gesamten installierten Kapazitäten aus. Das sind 530 Megawatt. Bis 2030 sollen sich diese KI-Kapazitäten vervierfachen, auf 2.020 Megawatt Anschlussleistung. Der Anteil von KI-Rechenzentren an den deutschen Gesamtkapazitäten wird dann bei 40 Prozent liegen.

Der Energiebedarf wächst mit. In diesem Jahr lag er bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden. Das ist nahezu eine Verdopplung innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Rund zwei Drittel des Strombedarfs entfallen auf die IT-Infrastruktur, also Server, Speicher und Netzwerktechnik.

Das größte Rechenzentrums-Cluster liegt in Hessen, im Großraum Frankfurt. Es verfügt über gut 1.100 Megawatt, mehr als ein Drittel aller Kapazitäten in Deutschland. Mit Abstand folgen Bayern mit 420 Megawatt und Nordrhein-Westfalen mit 378. Dahinter liegen Baden-Württemberg mit 233 und Berlin mit 146 Megawatt.

Doch es hakt. Zu den zentralen Hemmnissen zählen die begrenzte Stromnetzkapazität, regulatorische Unsicherheiten sowie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Neue Projekte könnten sich dadurch verzögern. Das Wachstum des deutschen Rechenzentrumsmarktes würde mittelfristig gebremst.

Die Bundesregierung hat sich Ziele gesetzt. Sie will die IT-Anschlussleistung von Rechenzentren bis 2030 gegenüber 2025 verdoppeln.

Die Prognosen der Institute gehen in eine ähnliche Richtung. Borderstep erwartet für Deutschland einen Anstieg der Anschlussleistung bis 2030 auf insgesamt 5.000 Megawatt. Der Anteil von Rechenzentren, die für HPC und KI genutzt werden können, soll auf 40 Prozent steigen, also rund 2 Gigawatt. KIRA erwartet je nach Ambitionsniveau einen Anstieg der KI-Anschlussleistung auf 0,8 bis 5,9 Gigawatt bis 2028.

Rohleder fordert: „Deutschland muss sicherstellen, dass wir über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren verfügen. Ohne Rechenzentren keine KI. Nur so können wir unsere digitale Souveränität stärken und zu den internationalen Technologieführern aufschließen. Die Rechenzentrumsbetreiber brauchen dafür verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie vor allem eine stabile Versorgung mit günstigem Strom.“

Wer bezahlt den Strom, wenn die Rechenzentren wachsen? Und wer entscheidet, wo gebaut wird, wenn die Netze an der Grenze sind?

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt, Aussage für Aussage gegen die Quellen geprüft und redaktionell freigegeben. So arbeiten wir

Teilhabe

Diskutiere mit, ohne Konto. Eröffne einen Thread, vertiefe einen anderen oder gib einer Blase deine Stimme.

0 %