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Wochenrückblick · Ökonomie & Arbeit

Wem gehört der Aufschwung, wenn die Server in Virginia stehen?

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Tobias Rehm
4 Min. Lesezeit · 25. Oktober 2026

Zehn Einhörner in einem Jahr, und gleichzeitig verliert die Industrie monatlich rund 10.000 Arbeitsplätze, während nur noch 54,1 Prozent der Startups mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten, 2020 waren es 71,8 Prozent. 64 Prozent setzen bei digitalen Technologien auf US-Anbieter, und Malte, 34, Gründer eines KI-Start-ups in München, sagt: 'Meine erste Mitarbeiterin hat immer noch einen befristeten Vertrag'. Wem gehört dieser Aufschwung, wenn die Server in Virginia stehen?

Zehn Einhörner in einem Jahr, und gleichzeitig verliert die Industrie monatlich rund 10.000 Arbeitsplätze. Nur noch 54,1 Prozent der Startups arbeiten mit etablierten Unternehmen zusammen, 2020 waren es 71,8 Prozent. Wer füllt die Lücke, wenn die Industrie weiter Stellen abbaut und die Startups zwar einstellen, aber nicht genug, um das aufzufangen? Diese Frage zieht sich durch die Woche bei rumition.

Der Aufschwung hat eine Kehrseite, die sich in Zahlen fassen lässt. 64 Prozent der Startups setzen bei digitalen Technologien auf US-Anbieter. Malte, 34, Gründer eines KI-Start-ups in München, sagt: „Meine erste Mitarbeiterin hat immer noch einen befristeten Vertrag“. Wem gehört dieser Aufschwung, wenn die Server in Virginia stehen? Die Abhängigkeit ist technisch und strategisch zugleich.

Die Abhängigkeit von US-Infrastruktur ist real, aber Gegenmodelle entstehen

Drei Tage nach ihrer Vorstellung waren Mythos 5 und Fable 5 für alle Kunden abgeschaltet, per Exportkontrolle aus Washington, unterzeichnet von Handelsminister Howard Lutnick. Europas Anteil an der globalen KI-Rechenkapazität liegt bei rund 5 Prozent, Deutschland besitzt 3 Gigawatt, die USA mehr als 48. Was passiert, wenn Washington den Schalter umlegt?

Der Ausbau eigener Kapazitäten stößt auf Widerstand. 1,85 Milliarden Liter Wasser verbrauchten deutsche Rechenzentren 2024, und die Bundesregierung will die Kapazitäten bis 2030 mindestens verdoppeln. In Frankfurt sind die Stromnetze so ausgelastet, dass große Anschlüsse oft erst ab Mitte der 2030er-Jahre möglich sind. Während Anwohner in Maintal und Freyenstein protestieren, fordert Microsoft Änderungen an den Kategorien zur Wassereffizienz im EU-Nachhaltigkeitslabel. Wie viel darf der KI-Aufbruch kosten?

Ein Gegenmodell entsteht in Niedersachsen. 20.000 Kilometer HTS-Band braucht Proxima Fusion allein für seinen Demonstrationsreaktor Alpha, die halbe Länge des Äquators, gewickelt zu Magneten für den Plasmaeinschluss. Für das kommerzielle Kraftwerk Stellaris kommen noch einmal 40.000 Kilometer dazu. Produziert wird das Band bislang fast nur in Asien. Proxima Fusion will diese Lieferkette nach Deutschland holen.

Junge verlieren am Arbeitsmarkt, die Demografie verschärft den Druck

Der Arbeitsmarkt zeigt, dass KI noch kein Jobkiller ist, aber die Jungen trifft. 30- bis 39-Jährige in stark KI-betroffenen Berufen stehen seit 2022 fast 6 Prozentpunkte besser da. Die Vollzeitbeschäftigung der 20- bis 29-Jährigen geht dagegen um 1,2 Prozentpunkte stärker zurück. Die IAB-Daten für 22,3 Millionen Vollzeitbeschäftigte zeigen: Die Konjunktur dominiert, nicht die KI. Wann kippt der deutsche Arbeitsmarkt in das US-Muster, wo 22- bis 25-Jährige in KI-exponierten Berufen 19 Prozent stärker verloren?

Für junge Akademiker wird der Einstieg enger. 40 Prozent weniger Stellen für junge Akademiker: 2022 waren es 138.000, 2026 nur noch 83.500. Gleichzeitig versechsfachen sich KI-Anforderungen von 1.200 auf 7.300 Stellen, und knapp 20 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen halten es für leicht, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte KI-unterstützte Kräfte zu ersetzen. Was bleibt vom Abschluss als Eintrittskarte?

Die demografische Entwicklung verschärft den Druck. 184 Regionen, die zwischen 2014 und 2024 noch gewachsen sind, werden bis 2045 schrumpfen. Zwei Drittel der 400 Kreise verlieren Bevölkerung, die Erwerbsbevölkerung sinkt um 4,7 Prozent auf 50,7 Millionen. Suhl droht ein Minus von 30 Prozent. Wie hält eine Stadt mit einem Drittel weniger Menschen ihre Infrastruktur aufrecht?

Rente und Digitalisierung zeigen: Organisationen müssen umdenken

Die Rente mit 63 bleibt ein Streitpunkt. 2,9 Millionen Menschen beziehen die abschlagsfreie Rente mit 63, 68,6 Prozent mehr als vor fünf Jahren, allein im Mai 2026 kostet das 5,63 Milliarden Euro. Eine DIW-Studie zeigt: Vor allem Gutverdiener mit lückenlosen Erwerbsbiografien profitieren, nicht die Erschöpften. Doch 69 Prozent der Bevölkerung wollen die Regelung behalten, auch die Hälfte der Jungen, die dafür zahlen müssten.

Das Vertrauen in den Staat ist niedrig, aber die Digitalisierung könnte helfen. In Deutschland sind 81 Prozent zufrieden, wenn sie ihr letztes Anliegen digital erledigen, doch nur 26 Prozent tun das durchgängig. 62 Prozent fürchten den doppelten Aufwand, nur 15 Prozent sehen ihre Erwartungen an eine moderne Verwaltung erfüllt. Warum bleibt die Hälfte trotz hoher Zufriedenheit beim Papier? Die Antwort liegt in der Organisation, nicht in der Technik.

Was das für Organisationen bedeutet, lässt sich in drei Schritten fassen. Erstens: Die Abhängigkeit von US-Infrastruktur ist eine operative Frage für jedes Unternehmen, das KI einsetzt. Zweitens: Der Arbeitsmarkt spaltet sich entlang von Alter und Qualifikation, und wer junge Talente gewinnen will, muss den Einstieg neu organisieren. Drittens: Die demografische Schrumpfung zwingt Regionen und Unternehmen, Infrastruktur und Personalpolitik radikal umzudenken. Die offenen Fragen bleiben: Wer trägt die Kosten des KI-Aufbruchs, wenn Wasser und Strom knapp werden? Wie lange hält die Bevölkerung an der Rente mit 63 fest, wenn die Erwerbsbevölkerung schrumpft?

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt, Aussage für Aussage gegen die Quellen geprüft und redaktionell freigegeben. So arbeiten wir

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